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Worum es geht

In diesem Blog-Artikel möchte ich kurz darlegen, warum Adaptive Process Execution als Softwarekategorie eine mächtige Alternative zu speziellen HSSE-Software, Individuallösungen oder papierbasierte Checklisten und Prozessanweisungen darstellt. Lesen Sie fünf schlagfertige Gründe, die für den Einsatz von Adaptive Process Execution Software im Bereich HSSE und für produktionsbezogene Supportprozesse sprechen.

Was ist Adaptive Process Execution?

Adaptive Process Execution ist eine Softwarekategorie, die Mitarbeiter anhand einer kontextbasierten Informationsbereitstellung durch einen operativen Prozess steuert und in die digitale Organisation einbettet. Diese beiden Dimensionen der kontextbasierten Informationsbereitstellung und der Einbettung in das vernetzte Arbeiten ermöglicht es den Mitarbeitern, sich auf die intuitive Durchführung von Prozessen zu fokussieren. Checklisten und Arbeitsanweisungen stellen dabei die digitale Grundlage für die Organisation, Durchführung und Analyse der Unternehmensabläufe dar. Mehr zu Adaptive Process Execution können Sie in unserem  dezidierten Blogbeitrag lesen.

Was spricht für Adaptive Process Execution im Bereich HSSE und produktionsbegleitende Prozesse?

Die Abkürzung HSSE steht für Health, Safety, Security & Environment und bezeichnet Aktivitäten und Prozesse bei Unternehmen, die der Sicherstellung von Gesundheit, Arbeitsschutz, Sicherheit sowie dem Umweltschutz dienen. Unternehmen haben umfassende Richtlinien und Prozesse um Themen wie Brandschutz, Sicherheitsunterweisungen, Gefährdungsbeurteilungen und vieles mehr etabliert. Gerade bei produzierenden Unternehmen und im Energiesektor ist das Thema HSSE, welches auch unter HSE, EHS oder SHE geläufig ist, von höchster Bedeutung.

Um persönlichen Unfällen und produktionsbezogenen Vorfällen präventiv zu begegnen, werden Begehungen, Betriebsrundgänge oder Audits durchgeführt. Hierbei werden Befunde dokumentiert, ausgewertet und Maßnahmen zur nachhaltigen Behebung definiert und nachverfolgt.

Im Gegensatz zu historisch eingesetzten HSSE-Systemen und anderer Software besticht Adaptive Process Execution (APE) durch eine hohe Nutzerfreundlichkeit und Integrationsfähigkeit.

Hieraus leiten sich fünf zentrale Gründe ab, APE im Bereich HSSE und produktionsbegleitender Prozesse wie 5S Audits, für Reinigungschecklisten, Schichtübergaben, Begehungen und Co. einzusetzen.

1. Akzeptanz in der Belegschaft

2. Einfache Auswertbarkeit von Befunden

3. Produktivität im täglichen Geschäft

4. Sichere Einbindung externer Teams

5. Globale Skalierbarkeit

1. Akzeptanz in der Belegschaft

HSSE-Teams benötigen die Unterstützung der breiten Belegschaft, damit Gefahren früh identifiziert und behoben werden. Hierfür bedarf es einfacher und verständlicher Checklisten, welche intuitiv während der Betriebsrundgänge und Audits ausgefüllt werden können. Für ein intuitives Handling ist häufig die Einbindung von Bildern und Markierungen hilfreich. Durch den APE-Ansatz lassen sich diese Checklisten einfach erstellen, digital kontextbasiert bereitstellen und anschließend Protokolle automatisch archivieren. Das intuitive Handling, beispielsweise bei der direkten Einbindung von Befundfotos, und die starke Reduktion von Datenübertragungsaufwänden steigert die Akzeptanz in der Belegschaft und somit die Qualität der Befunde.

2. Einfache Auswertbarkeit von Befunden

HSSE-Teams stehen häufig vor der Herausforderung, papierbasierte Listen auszuwerten und Inhalte zu konsolidieren. Mit einer APE-Software werden statistische Erkenntnisse und individuelle Befunde wie dokumentierte Fotos oder Textkommentare mit wenigen Klicks global auswertbar. Der strukturelle Aufbau von APE-Software ermöglicht dabei eine durchgängige Transparenz von übergreifenden Statistiken bis hinunter auf die Befunde jedes Einzelprozesses.

3. Produktivität im täglichen Geschäft

Die Erstellung, Aktualisierung, Auswertung und Archivierung von HSSE-Checklisten stellen einen signifikanten Aufwandstreiber für Unternehmen dar. Ändern sich Anforderungen und Richtlinien, müssen Dokumente geändert und ausgetauscht werden. Zudem muss sichergestellt werden, dass keine veralteten Dokumente auf der Produktionsfläche zurückbleiben. Durch den modularen Ansatz von APE-Software können Anpassungen zentral erfolgen und per digitaler Freigabe für alle Mitarbeiter aktualisiert werden. Das spart nicht nur den HSSE-Teams Zeit, sondern auch den Teams vor Ort.

4. Sichere Einbindung von externen Teams

Häufig müssen im Bereich HSSE und bei produktionsbegleitenden Supportprozessen externe Unternehmen eingebunden werden. Während einerseits stets aktuelle Dokumente bereitgestellt werden müssen, sind Nachweise der Tätigkeitsdurchführung zentral. HSSE-Teams erhalten eine detaillierte Übersicht über die Tätigkeiten von externen Teams. Dabei helfen Funktionen wie die Vernetzung der Mitarbeiter, das Anlegen von externen Nutzern und das automatische Loggen von Interaktionen innerhalb der Checklisten und Prozessanweisungen.

5. Globale Skalierbarkeit der Prozesse

Gegenüber vielen leichtgewichtigen Softwarelösungen zur mobilen Dokumentation besticht APE-Software durch globale Skalierbarkeit. Der Cloud-Ansatz, die Verwendung von modularen Elementen in den Checklisten, sowie die Organisation von Dokumenten über Strukturklassen ermöglichen globale Prozessstandards und ein Benchmarking über Teams, Standorte und Länder hinweg. Durch diese Vergleiche lassen sich Unterschiede identifizieren, Best Practices und Maßnahmen ableiten und schließlich HSSE-Kenngrößen kontinuierlich verbessern.

Adaptive Process Execution trägt zu einer Demokratisierung von HSSE-Themen bei

Die oben genannten fünf Gründe führen dazu, dass HSSE-Prüfungen intuitiv durchführbar und einfach auswertbar werden. Durch die Demokratisierung dieser Prozesse können Unternehmen aus Industrie und Energiewirtschaft Risiken früher identifizieren und präventiv lösen, während sie den Dokumentationsaufwand drastisch reduzieren.

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Moritz Stern

Head of Strategy & Marketing moritz.stern@operations1.com

Zum Autor

Moritz Stern leitet bei Operations1 die Bereiche Strategie und Marketing. Vor seinem Wechsel zu Operations1 war Moritz bei Strategy& tätig, der Strategieberatung von PwC. Hier hat er Kunden aus dem Operations-Umfeld rund um den Globus in strategischen Themen beraten. Zuvor war Moritz tätig bei Alstom Power, Merck KGaA und Arthur D. Little. Moritz ist studierter Wirtschaftsingenieur (M. Sc.).

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