Wie die Wolfgang Loch GmbH & Co. KG den Shopfloor zu 98 % papierlos macht 

Die Wolfgang Loch GmbH & Co. KG ist ein familiengeführter Automobilzulieferer mit rund 400 Mitarbeitenden und drei Werken, geprägt von hochkomplexen Fertigungsprozessen und strengen Automotive-Zertifizierungen.

Um den Sprung von der papierbasierten Welt zur durchgängig digitalen Wertschöpfungskette zu schaffen, setzt das Unternehmen auf Operations1. Das Ergebnis: 98 % Papierlosigkeit, 33 % höhere Rüstzeiteffizienz und 9 Prozentpunkte mehr OEE. 

Digital Anweisungen in Operations1 für schnelle Anlernung

Die Ausgangslage 

Wie viele mittelständische Fertigungsbetriebe kam auch Loch aus einer papierbasierten Welt. An jeder Maschine hingen Arbeitsmappen, Schichtpläne wurden bis zu dreimal täglich ausgedruckt, Wartungspläne existierten nur auf Papier. Mitarbeitende brauchten zu Schichtbeginn mindestens 15 Minuten, um die richtigen Informationen zusammenzusuchen. Ob die Arbeitsmappe dann aktuell war, blieb ungewiss.

„Wir haben in einigen Bereichen mehr Papierlisten und Zettel ausgefüllt als tatsächlich produktiv gearbeitet. Und da ist das Einscannen, Umbenennen und Archivieren noch nicht einmal mitberücksichtigt", sagt Torben Zerfaß, Prozesstechniker bei der Wolfgang Loch GmbH & Co. KG. 

Zahlreiche Aktenordner mit eingelegten Dokumenten und Produktfotos liegen aufgereiht auf einem Bürotisch.

Das Wissen steckte in den Köpfen einzelner Mitarbeiter. Neue Kolleginnen und Kollegen mussten aufwendig angelernt werden, weil Papier allein die Prozesse nicht vermitteln konnte. Gleichzeitig stiegen die Compliance-Anforderungen im Automotive-Umfeld stetig. Kundenaudits verlangten vollständige, nachvollziehbare Nachweise. In einer papierbasierten Welt war das fehlerfrei nicht machbar. 

Der Weg zur Lösung 

Der Anstoß kam aus der Praxis: Ein Bereichsleiter wollte die Verpackungsanweisungen digitalisieren. Für jedes Produkt gab es eine eigene Arbeitsmappe, die Mitarbeitende erst suchen und dann interpretieren mussten. Der erste Gedanke war, Excel-Dokumente als PDF auf Bildschirme zu bringen. Doch eine halbdigitale Lösung hätte die eigentlichen Probleme nicht gelöst. So kam Loch zu Operations1 und entschied sich für eine vollständige Plattformlösung. 

Was mit Verpackungsanweisungen begann, entwickelte sich in drei bis vier Jahren zu einer flächendeckenden Digitalisierung. Heute setzt Loch Operations1 in nahezu jedem Prozessschritt ein: 

  • Wareneingang: Visualisierung der Wareneingänge 

  • Stanzen: Prozess- und Rüstanweisungen, Werkzeugwartungen, Maschinen- und Anlagenwartungen 

  • Entfettung/Oberfläche: Prozessanweisungen, Maschinen- und Anlagenwartungen 

  • Montage: Prozess- und Rüstanweisungen, Maschinen- und Anlagenwartung 

  • Verpacken und Versand: Verpackungs- und Versandanweisungen, Ladungssicherung 

  • Supportprozesse: Audits, Schichtbücher, Rundgänge (Arbeitsschutz, Umwelt, Energie, Lean, 6S) 

Besonders bemerkenswert: Bereits bei der Konstruktion neuer Stanzwerkzeuge wird in Operations1 eine Bedienungsanleitung für die spätere Instandhaltung miterstellt. So weiß die Instandhaltung vom ersten Einsatz an, was der Konstrukteur sich gedacht hat und an welchem Rädchen bei Problemen gedreht werden kann. 

Heute hängt an jeder Anlage ein QR-Code. Mitarbeitende kommen zur Schicht, nehmen sich ein Tablet, prüfen die Produktionsplanung über das Schichtprotokoll, scannen an ihrem Arbeitsplatz den QR-Code und stehen sofort in der richtigen Prozessanweisung. Was früher 15 Minuten Suchzeit bedeutete, ist heute in zwei Minuten erledigt.

Foto eines Industrie-Schranks mit QR-Code-Schild daneben eine Tablet-Ansicht einer digitalen Schichtübergabe-Checkliste, verbunden durch einen Pfeil.

Ein konkretes Beispiel zeigt den Kulturwandel: Ein Mitarbeiter stellte fest, dass ein Schritt in der Prozessanweisung nicht sauber dokumentiert war. Über die Kamera-App fotografierte er das Problem und löste um 9:12 Uhr einen Task aus. Um 11:02 Uhr war die Anweisung aktualisiert, der Vorgang dokumentiert. Der Werker in der Spätschicht erhielt automatisch eine Änderungsmeldung und bestätigte sie aktiv. In der papierbasierten Welt hätte dieser Vorgang Tage gedauert. 

Die Mitarbeitenden, die zuvor Papierdokumente erstellt hatten, übernahmen auch die digitale Umsetzung. Zusätzliches Personal war nicht nötig. Durch einheitliche Templates entstand ein roter Faden: Eine Prozessanweisung sieht überall gleich aus, ob Stanzen, Montage oder Laserprozess. 

Drei nummerierte weiße Karten zeigen das Vorgehen: Schritt 1 beschreibt den Start mit Use Case und Zielbild (Weg vom Papier), Schritt 2 den schrittweisen Rollout über Wartungen, Schichtübergaben und Begehungen, Schritt 3 das Ergebnis mit 98 % papierlosem Standard auf dem Shopfloor.

Die Ergebnisse 

Die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette hat bei Loch messbare Wirkung gezeigt: 

  • 98 % Papierlosigkeit in den vollständig umgestellten Teilbereichen. 

  • 33 % höhere Rüstzeiteffizienz durch standardisierte Arbeitsanweisungen, die das Rüstwissen personenunabhängig verfügbar machen. 

  • 9 Prozentpunkte OEE-Steigerung durch bessere Anlagenverfügbarkeiten und schnelleren Zugriff auf Wartungsinformationen. 

  • 40 bis 50 % Zeitersparnis im administrativen Bereich: keine Suchzeiten, kein Papierhandling, keine manuelle Archivierung. 

  • 100 % digitale Nachweisführung: Audit-Nachweise sind auf Knopfdruck verfügbar. 

Die Veränderung geht über Kennzahlen hinaus. Mitarbeitende übernehmen aktiv Verantwortung für die Prozessqualität: Sie melden Verbesserungspotenziale direkt über Operations1 und dokumentieren bei neuen Prozessen bereits im ersten Durchlauf die Schritte mit. 

„Effizienz beginnt dort, wo Unsicherheit endet. Digitale Anweisungen reduzieren Nachfragen auf ein Minimum und lassen Raum für das Wesentliche: die Qualität unserer Arbeit", fasst Dennis Bender, Abteilungsleiter Prototypenbau & Kleinserienfertigung, zusammen. 

Auch extern wird die Transformation anerkannt. Bei einem OEM-Kundenaudit bezeichnete der Auditor die digitale Dokumentation von Loch als „Benchmark". 

Loch betrachtet die Digitalisierung mit Operations1 nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als Kern der Digitalisierungsstrategie. 

Grafik mit einem Zitat „In der Beziehung seid ihr Benchmark!" und zwei KPI-Kacheln: 100 % Nachweisführung und minimale Vorbereitungszeit für Audits.

Die nächsten Schritte: 

  • ein Dashboard für alle Werker über alle drei Werke hinweg 

  • die Anbindung an ERP- und MES-Systeme für durchgängige Datenprozesse 

  • der Ausbau von Automatisierungen 

  • der Einsatz des KI-Assistenten für kontextbasierte Problemlösung direkt am Shopfloor. 

Über die Wolfgang Loch GmbH & Co. KG 

Die Wolfgang Loch GmbH & Co. KG ist ein familiengeführter Automobilzulieferer in zweiter Generation mit Sitz in Idar-Oberstein. 

Das Unternehmen auf einen Blick: 

  • Gegründet: 1976  

  • Mitarbeitende: rund 400  

  • Standorte: Drei Werke (Prototypen, Vorserie, Hauptfertigung)  

  • Kerngeschäft: Stanz-, Zieh- und Umformteile sowie Schweißbaugruppen  

  • Marktposition: Tier-1- und Tier-2-Zulieferer  

  • Zertifizierungen: ISO 9001, IATF 16949, ISO 14001, ISO 50001, TISAX, ASM  

Die Produktion ist hochkomplex: Pressen bis 1.000 Tonnen, Schweißanlagen, Lasertechnik und verschiedene Fügeverfahren sorgen für eine große Prozessvielfalt. 

Gleichzeitig stellen die umfangreichen Zertifizierungen hohe Anforderungen an die Dokumentation. Jeder Prozessschritt muss lückenlos, aktuell und jederzeit nachweisbar sein. 

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